Bevor Sie mit dem Upgrade beginnen, müssen Sie verstehen, dass ein Cluster-Upgrade von Proxmox VE tief ins System eingreift. Sie wechseln auf eine neue Debian-Version (Bookworm → Trixie) und gleichzeitig auf Proxmox VE 9. Dabei werden viele Pakete aktualisiert, und es können Konfigurationsänderungen entstehen. Ein abgebrochenes oder fehlerhaftes Upgrade kann dazu führen, dass Ihr Node nicht mehr startet oder VMs/Container nicht mehr laufen. Deshalb sind Backups und eine saubere Vorbereitung entscheidend.
Ich schreibe es unten noch mal. Machen Sie das nicht, ohne vorher Ihre VMS, CTs, und Config-Dateien gesichert zu haben!
Inhalte des Artikels Proxmox VE8 zu VE9 Upgrade
Vorbereitungen zum Proxmox Upgrade
Schritt für Schritt Debian Bookworm zu Trixie Upgrade und Proxmox VE8 zu VE9 Upgrade
Nach dem Proxmox Upgrade
Vorbereitungen zum Proxmox Upgrade
Upgrade von Proxmox VE 8 auf 9 – was Sie vorher beachten müssen
Bevor Sie ein Upgrade von Proxmox VE 8 auf Version 9 durchführen, sollten Sie einige grundlegende Vorbereitungen treffen. Ein Upgrade ist zwar in der Regel recht zuverlässig, kann aber durch individuelle Anpassungen an Ihrem System ins Stocken geraten.
Als Erstes steht die Sicherung Ihrer virtuellen Maschinen an. Legen Sie vollständige Backups aller VMs und Container an, damit Sie im Notfall jederzeit auf einen funktionierenden Stand zurückkehren können. Prüfen Sie zusätzlich, ob Ihre Backup-Speicher noch ausreichend Platz bieten, und führen Sie einen kurzen Test-Restore durch, um die Verlässlichkeit Ihrer Sicherungen sicherzustellen.
Ebenso wichtig ist die Dokumentation. Wenn Sie über ein ISMS oder ein eigenes Dokumentationssystem verfügen, sollten Sie dort nachsehen, welche Änderungen Sie in der Vergangenheit an Ihrem Proxmox-System vorgenommen haben. Typische Beispiele sind Anpassungen an der Datei /etc/ssh/sshd_config, das Einbinden eigener SSH-Keys, die Einrichtung von fail2ban-Regeln oder zusätzliche Netzwerk- und Firewall-Konfigurationen. Jede dieser Modifikationen kann beim Upgrade überschrieben oder verändert werden. Sichern Sie daher alle Konfigurationsdateien – entweder durch das Kopieren auf ein separates Laufwerk oder indem Sie den Text exportieren und ablegen.
Bedenken Sie außerdem die Arbeitsumgebung während des Upgrades. Führen Sie den Prozess möglichst nicht in einer einfachen SSH-Sitzung über Kitty oder Putty aus. Die Verbindung kann jederzeit abbrechen, und das führt im schlimmsten Fall zu einem unvollständigen Upgrade. Besser ist es, tmux oder screen zu verwenden, damit Sie die Sitzung im Hintergrund laufen lassen und sich bei Bedarf erneut verbinden können.
Zu den weiteren Vorbereitungen gehört, dass Sie alle aktuell installierten Pakete auf den neuesten Stand bringen und prüfen, ob Drittanbieter-Repositorys oder spezielle Kernelmodule vorhanden sind. Diese sollten Sie ebenfalls notieren und auf Kompatibilität zu Proxmox VE 9 überprüfen.
Kurz gesagt: Ein erfolgreiches Upgrade hängt nicht nur vom Proxmox-Installer ab, sondern in hohem Maße von Ihrer Vorbereitung. Wer seine Backups und Konfigurationen sichert, die eigene Dokumentation prüft und eine stabile Arbeitsumgebung nutzt, geht mit einem deutlich geringeren Risiko in das Upgrade.
Schritt für Schritt Debian Bookworm zu Trixie Upgrade und Proxmox VE8 zu VE9 Upgrade
Die offizielle Dokumentation zum Upgrade finden Sie hier:
https://pve.proxmox.com/wiki/Upgrade_from_8_to_9
Vor jedem großen Upgrade muss ein vollständiges Backup aller VMs und Container vorhanden sein. Falls ein Node nicht mehr hochkommt oder eine VM beschädigt wird, können Sie diese so wiederherstellen. Erstellen Sie über Proxmox Backup Server, externes Storage oder andere Backup-Tools vollständige Kopien aller virtuellen Maschinen und Container.
Kommen Sie bitte nicht auf die Idee, das ganze ohne Backups zu machen!
Während des Upgrades werden Dienste wie Netzwerk, SSH oder Web-GUI oft neu gestartet. Wenn Sie nur über eine instabile SSH-Verbindung arbeiten, kann das Upgrade mittendrin abbrechen. Das führt fast sicher zu einem defekten System. Arbeiten Sie direkt auf der Konsole des Servers. Wenn das nicht möglich ist, nutzen Sie tmux oder screen, um eine SSH-Sitzung abzusichern.
Ich habe das Upgrade bereits getestet und nur über Kitty bzw. Putty in der Konsole gearbeitet. Das Upgrade ist sauber durchgelaufen. Dennoch: Bedenken Sie, dass die SSH-Verbindung abreißen kann. Versuchen Sie also, wenn möglich, mit tmux oder screen zu arbeiten.
Dieses Tool überprüft den Node und weist auf mögliche Probleme hin, z. B. inkompatible Konfigurationen, veraltete Pakete oder bekannte Stolperfallen. Es nimmt keine Änderungen vor, sondern liefert nur Hinweise.
Beheben Sie die vom folgenden Befehl gemeldeten Probleme und starten Sie das Tool so lange neu, bis keine Warnungen mehr erscheinen.
Geben Sie also in die Shell folgendes ein:
pve8to9
Danach
pve8to9 --full
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Während des Upgrades steht der Node nicht zur Verfügung. Wenn bestimmte VMs oder Container weiterlaufen müssen, verschieben Sie diese auf andere Nodes. Nutzen Sie die GUI oder CLI zur Migration. Beachten Sie, dass Migration von älteren auf neuere Versionen immer funktioniert, aber umgekehrt nicht garantiert ist.
Ein Upgrade funktioniert nur sauber, wenn alle Pakete auf dem letzten Stand sind. Alte Versionen können das Upgrade blockieren. Das Kommando pveversion muss mindestens 8.4.1 anzeigen. Gehen Sie wie folgt vor:
apt update
apt dist-upgrade
pveversion
6. Ceph-Version prüfen (falls Sie Ceph einsetzen)
Wenn Sie ein Proxmox-System mit dem verteilten Speiche Ceph verwednen, ist nur Ceph Squid (Version 19) kompatibel mit Proxmox VE 9. Ältere Versionen müssen vorher aktualisiert werden. Wenn nicht Squid (19.x) angezeigt wird, führen Sie zuerst ein Ceph-Upgrade durch. Geben Sie also erst mal ein:
ceph --version
7. Debian-Repositories anpassen
Proxmox basiert auf Debian. Damit Ihr System die neuen Pakete für Debian Trixie lädt, müssen Sie die Paketquellen umstellen. Debian Trixie ist die derzeit neueste stabile Debian-Version und tritt die Nachfolge von Debian Bookworm an. Mit Trixie bringt Debian wieder zahlreiche Aktualisierungen bei Kernel, Paketen und Sicherheitsfunktionen mit. Proxmox VE 9 setzt genau auf diese Version auf und benötigt zwingend Debian Trixie als Basis. Eine Installation auf älteren Debian-Versionen wie Bookworm wird nicht unterstützt, da die neuen Funktionen und Abhängigkeiten von PVE 9 direkt auf die aktuelle Debian-Generation abgestimmt sind.
Kontrollieren Sie anschließend beide Dateien und kommentieren Sie alte Bookworm-Einträge mit # aus. Wir schauen dennoch noch einmal nach Bookworm Einträgen.
Geben Sie folgendes ein:
sed -i 's/bookworm/trixie/g' /etc/apt/sources.list
Wenn Sie Enterprise verwenden:
sed -i 's/bookworm/trixie/g' /etc/apt/sources.list.d/pve-enterprise.list
Ohne korrektes Repository erhalten Sie keine neuen Pakete. Enterprise-Kunden verwenden das Enterprise-Repository, alle anderen das No-Subscription-Repository.
Geben Sie den Befehl ein, oder kopieren Sie den Befehl genau so, wie er hier angezeigt wird:
No-Subscription-Befehl:
cat > /etc/apt/sources.list.d/proxmox.sources << EOF
Types: deb
URIs: http://download.proxmox.com/debian/pve
Suites: trixie
Components: pve-no-subscription
Signed-By: /usr/share/keyrings/proxmox-archive-keyring.gpg
EOF
Enterprise-Befehl:
cat > /etc/apt/sources.list.d/pve-enterprise.sources << EOF
Types: deb
URIs: https://enterprise.proxmox.com/debian/pve
Suites: trixie
Components: pve-enterprise
Signed-By: /usr/share/keyrings/proxmox-archive-keyring.gpg
EOF
Überprüfen Sie die Quellen anschließend:
apt update
apt policy
Ab Proxmox VE 9 werden die Ceph-Repositories nicht mehr wie bisher direkt von den Ceph-Entwicklern gepflegt und eingebunden, sondern ausschließlich von proxmox.com bereitgestellt. Das hat einen klaren Hintergrund: Ceph entwickelt sich sehr schnell weiter, neue Versionen erscheinen in kurzen Abständen und enthalten oft tiefgreifende Änderungen, die nicht immer sofort zu einer Proxmox-Umgebung passen. Würden Sie die Pakete direkt von den Ceph-Repositories nutzen, könnten dadurch Inkompatibilitäten oder instabile Systeme entstehen.
Indem Proxmox die Ceph-Repositories selbst bereitstellt, erhalten Sie genau die Pakete, die für Ihre Proxmox-Version vorgesehen und getestet sind. Nur so ist sichergestellt, dass Ceph und Proxmox reibungslos zusammenarbeiten und Sie Updates gefahrlos einspielen können. Sie bekommen also nicht irgendeine Ceph-Version, sondern eine abgestimmte, geprüfte Variante, die langfristig unterstützt wird. Das erhöht die Stabilität und vereinfacht die Wartung, weil Sie sich auf die Kompatibilität verlassen können, ohne manuell Abhängigkeiten prüfen oder Pakete blockieren zu müssen.
Ab Proxmox VE 9 führt kein Weg mehr an den von Proxmox bereitgestellten Ceph-Repos vorbei, wenn Sie ein funktionierendes und stabiles Cluster betreiben wollen.
No-Subscription-Befehl:
cat > /etc/apt/sources.list.d/ceph.sources << EOF
Types: deb
URIs: http://download.proxmox.com/debian/ceph-squid
Suites: trixie
Components: no-subscription
Signed-By: /usr/share/keyrings/proxmox-archive-keyring.gpg
EOF
Enterprise-Befehl:
cat > /etc/apt/sources.list.d/ceph.sources << EOF
Types: deb
URIs: https://enterprise.proxmox.com/debian/ceph-squid
Suites: trixie
Components: enterprise
Signed-By: /usr/share/keyrings/proxmox-archive-keyring.gpg
EOF
Löschen Sie veraltete PVE8 (Bookworm) Paketlistendateien. Sie können sehen, welche Dateien eingebunden sind, wenn Sie auf Datacenter → Node/Knoten → Updates → Repositorys klicken. Dort ist auch der Pfad zu den entsprechenden Dateien hinterlegt und sichtbar.
PVE-Repositorys Einsehen
11. Paketindex aktualisieren
Damit apt alle neuen Quellen berücksichtigt:
apt update
12. System-Upgrade starten
Jetzt werden alle Pakete auf Debian Trixie und Proxmox VE 9 umgestellt. Das ist der zentrale Schritt. Dieser Schritt kann je nach Server-Hardware Minuten bis über eine Stunde dauern. Währenddessen werden Sie nach Konfigurationsdateien gefragt.
Empfohlene Antworten:
/etc/issue → Nein
/etc/lvm/lvm.conf → Ja
/etc/ssh/sshd_config → Ja, wenn Sie keine eigenen Änderungen gemacht haben
/etc/default/grub → Nein, falls unsicher
/etc/chrony/chrony.conf → Ja, wenn Sie keine Änderungen gemacht haben
Geben Sie also nun ein:
apt dist-upgrade
13. Kontrolle
Nach dem Upgrade muss der neue Kernel geladen werden. Erst dann läuft Ihr Node vollständig mit Proxmox VE 9.
pve8to9 --full
14: Zur Sicherheit
update-grub
reboot